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Autor: |
Ödön von
Horváth |
Regie: |
Walter Michael Krumm (Michael
Boutari) |
Premiere: |
Freitag, 18. Januar 1989
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Vier Jahre waren
vergangen, seit wir Agatha Christies Zehn kleine Negerlein ins Jenseits
befördert hatten. Die Gruppe existierte eigentlich kaum mehr, als Walter
Krumm die Ehemaligen im Frühjahr 1988 zu einem Treffen einlud. Das
20jährige Jubiläum stand vor der Tür, und die Anwesenden fanden
es toll, wieder eine Produktion auf die Beine zu stellen. Man war sich auch
schnell einig, dass eine Jubiläumsproduktion sich bezüglich Umfang
und Aufwand von früheren Aufführungen abheben sollte. Wenn es schon
zwanzig Jahre zu feiern gab, wollten wir nicht knausern. Der
«besondere» Stoff war bald gefunden: Ödön von
Horváth, einer von Michaels Lieblingsautoren und gerade 50 Jahre tot,
durfte uns sein wohl bekanntestes Stück zur Verfügung stellen. Und so
fanden seine Geschichten aus dem Wiener Wald auf die Bühne des
Katholischen Kirchgemeindehauses St.Gallus in Schwamendingen. Es dauerte seine
Zeit, bis alle Rollen besetzt, das Bühnenbild in Auftrag gegeben und die
Proben angelaufen waren, aber die Beteiligten fieberten dem Ereignis entgegen
und brachten entsprechend viel Energie und Motivation mit. Nach fast
einjährigen intensiven Vorbereitungen, mit einem schockierend hohen Budget
von über 30'000 Franken und mehr oder weniger zitternden Knien, brachten
wir am 18. Januar 1989 die Premiere hinter uns. Das Stück, bestimmt nicht
von der anspruchslosen Sorte, wurde - wir waren selber überrascht - zum
Erfolg bei Publikum und Presse. Und als sich im Verlauf der Aufführungen
dank verschiedener Zusagen auch die finanzielle Situation entspannte, konnten
wir uns endgültig freuen. Dass wir anlässlich der letzten Vorstellung
wegen Platzmangels sogar Zuschauer nach Hause schicken mussten, ist bereits
Vereinsgeschichte. Das Theaterfieber hatte uns gepackt und so beschlossen wir,
nun wieder regelmässig zu spielen. Die nächste Produktion nahm
bereits Konturen an.
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Vier Jahre nach der letzten Produktion ist das
Kleintheater 12 in Schwamendingen wieder auf die Bühnenbretter
zurückgekehrt. Mit Ödön von Horváths 'Geschichten aus dem
Wiener Wald' soll das 20jährige Bestehen des Amateurtheaters
gebührend gefeiert werden. Eine mutige Stückwahl. Fazit nach der
Premiere: Das Kleintheater hat sich weit aus dem Fenster gewagt, ist aber nicht
abgestürzt.
Tages Anzeiger, 20. Januar 1989
Dem Programmheft habe ich entnommen, dass dies die erste Aufführung
nach vier Jahren Pause war. So lange darf die nächste Pause nicht mehr
dauern, wir freuns uns schon auf die nächste Premiere! Ihr habt Eure recht
schwierigen Rollen so eindringlich und persönlich dargestellt, dass ich
gegen Schluss der Vorstellung mit Tränen in den Augen und wie gelähmt
auf meinem harten Stuhl sass - ich war wohl nicht der einzige...
Zitat aus einem Zuschauerbrief (Vorstadt) |
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